Portraitfotografie

Portraitfotografie im Überblick

Eine der Königsdiziplinen in der Fotografie ist die Portraitfotografie. Sie setzt alles daran, das Motiv eines Bildes auf das Wesentliche zu beschränken, nämlich das Portrait an sich. Die Portraitfotografie entstand dabei in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Fotograf André Adolphe-Eugène Disdéri die ersten Portraits entwickelte, damals noch als Visitenkarten-Portraits. Kurze Zeit später entstanden zahlreiche Portraitstudios, die wiederum vorwiegend von der bürgerlichen Bevölkerung aufgesucht wurden. Im Zuge dieser Entwicklungen wurde das Gewerbe des Portraitmalers immer weiter vom Markt verdrängt.

Mittlerweile hat sich viel geändert und mancher Laie ist sicherlich der Meinung, die Portraitfotografie könne auch von ihm problemlos durchgeführt werden. Echte und erfahrene Fotografen wissen aber, dass es hier auf viel mehr ankommt.

Das Licht, das Licht und das Licht ist entscheidend

Wichtigster Faktor für eine gelungene Portraitfotografie ist das Licht. Dies kann gar nicht oft genug betont werden. So unterscheidet man zwischen natürlichem Licht und künstlichem Licht, die beide ihre Vor-, aber auch Nachteile haben.

Das natürliche Licht an einem bedeckten Tag ist ideal geeignet, um ein Portrait zu erstellen. Hier wird wirklich alles ins rechte Licht gerückt. An einem sonnigen Tag kann das natürliche Licht allerdings auch zum Problemfaktor in der Portraitfotografie werden. Hier zeigt sich nämlich oft eine zu starke Blendung, die nur mit entsprechenden Verschattungen wieder aufgehoben werden kann.

Beim künstlichen Licht ist auf die Kontraste zu achten, auch die Lichtfarbe ist entscheidend, wenn ein gutes Portraitfoto entstehen soll. Dabei werden heute in der Praxis verschiedene Varianten angewendet. Die so genannten High Key Aufnahmen betonen die dunklen Partien des Motivs, also vorwiegend Augen und Mund. Das übrige Gesicht wird dagegen überhell dargestellt. Das schmeichelt der fotografierten Person, denn Fältchen und Co. werden hier weitestgehend überdeckt. Das Gegenteil sind die Low Key Aufnahmen, bei denen Augen und Mund in den Hintergrund treten und das Gesicht als solches betont wird. Hier ist es allerdings schwierig, das Motiv gekonnt darzustellen.

Nachbearbeitung am PC

Heute ist es unabdingbar, auch in der Portraitfotografie die technischen Möglichkeiten zu nutzen. Eine Nachbearbeitung der geschossenen Fotos kann viele unansehnliche Details einfach weg retuschieren. In der professionellen Portraitfotografie, bei der beispielsweise Portraitfotos als Cover für Zeitschriften und Co. verwendet werden, kann auf die Nachbearbeitung mit modernen Bildbearbeitungstools gar nicht mehr verzichtet werden. Hier kommt es darauf an, Makel des Models jederzeit ausmerzen zu können.

Auch für die heimische Portraitfotografie sollten entsprechende Tools genutzt werden, um noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Dabei muss es nicht unbedingt eines der kostspieligen Profi-Programme sein, das eingesetzt wird. Genauso gut lassen sich Portraits mit den etwas abgespeckteren gratis Programmen bearbeiten.

Wo die Portraitfotografie eingesetzt wird

Die Portraitfotografie gewinnt heute zunehmend an Bedeutung und wird in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt. So werden Bewerbungsfotos, Pass- und Ausweisbilder stets als Portraitfotos geschossen. Hierbei sind bestimmte Richtlinien zu berücksichtigen, so dass diese Portraitfotografie kaum künstlerischen Spielraum lässt. Das Model darf dabei nicht lächeln, es müssen bestimmte Bereiche des Gesichts entsprechend in Szene gesetzt werden und vieles mehr.

Auch Models, die ihre Setcards produzieren lassen wollen, müssen mindestens eine Portraitaufnahme darin bereit halten. Hierbei ist es von Bedeutung, dass das Model einen klassischen, gefragten Gesichtsausdruck aufweist und richtig in Szene gesetzt wird. Idealerweise werden für die Casting Mappe mehrere Portraitfotos erstellt, so dass verschiedene Gesichtsausdrücke fotografisch festgehalten werden können.

Wie bei allen Portraitfotos gilt auch hier, dass die Augen das Zentrum der Fotografie ausmachen sollten. Ein sehr häufiger Fehler von Anfängern in der Portraitfotografie besteht nämlich darin, dass zu viele Hintergrundmotive mit aufgenommen werden. Der Fokus muss aber ganz klar auf dem Gesicht liegen, damit sich das entstandene Foto als Portraitfoto bezeichnen kann. Die richtige Ausleuchtung ist immer abhängig davon, wofür das Portraitfoto benötigt wird. Die Setcard sollte eine optimale Ausleuchtung aufweisen, bei der die Vorzüge des Models richtig in Szene gesetzt werden können. Bei Passfotos und Co. müssen sich Fotografen dagegen an bestimmte gesetzliche Rahmenbedingungen halten. In der privaten Portraitfotografie dagegen kann der Fotograf seinen künstlerischen Ambitionen und der damit einhergehenden Phantasie freien Lauf lassen. Man muss also genau überlegen, wie das Portraitfoto später genutzt werden soll.

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